Freitag, 19. Juli 2019

Spannende Tage















Heute vor 50 Jahren, ich war gerade 17 Jahre alt und mit meinen Großeltern und meiner Mutter in Heidelberg, konnte ich auf einem Fernsehschirm in einem Warenhaus selbst miterleben, wie Neil Armstrong seinen Fuß auf den Mond setzte und dabei den klassischen Satz vom kleinen Schritt für einen Menschen, aber großen Schritt für die Menschheit sprach.

Die Bedeutung des Satzes war wohl der Mehrheit von uns nicht klar. Der Satz selbst hat die Zeiten überlebt und ist zum geflügelten Wort geworden. Er spiegelt u.a. das Bild einer Menschheit wider, in der es völlig sinnlos ist die Frage nach unterschiedlichen Ethnien zu stellen. Auch die Bedeutung von unterschiedlichen Religionen ist in dem Moment gleich Null. Armstrong hat den Mond weder im Namen einer Religion, Weltanschauung oder politischen Ideologie in Besitz genommen. Er kam als Vertreter der Spezies Mensch und sonst nichts.

50 Jahre später scheinen wir mehr von dieser Sichtweise entfernt als je zuvor.  Vermeintlich religiöse Eiferer setzen alle Mittel ein um vermeintlich Nichtgläubige zu töten im Namen eines allmächtigen Gottes, den sie für sich allein gepachtet haben. Politische Mörder können in Deutschland wieder diejenigen töten, die ihnen und ihren Ideologien im Wege stehen, sei es, dass die Getöteten einer anderen Ethnie angehören, aus anderen Ländern eingewandert sind oder bedingungslos auf den Prinzipien beharren, die man als ethische Grundwerte Europas versteht. Di Ermordung eines Walter Lübcke war damals noch ebenso fern wie die Morde des NSU und die Attentäter des 9. November, die Tausende von Menschen in den Türmen des World Trade Centers waren unvorstellbar.

Fortschritt erscheint immer als sich Schritt für Schritt aus Altem längst Überwundenem zu lösen und aus Fehlern in der Geschichte der Menschheit die richtigen Schlüsse zu ziehen. War der erste Schritt von Neil Armstrong in diesem Sinne letztlich auch ein "Fortschritt", so hat der Fortschritt im Sinne von sich aus alten Fesseln zu lösen, offenbar doch kaum stattgefunden.

Sicher, wir haben viele neue Dinge erdacht und real werden lassen. Wer hätte sich vor 50 Jahren erträumen können ,dass wir alle heute Minicomputer mit uns herumtragen, die es uns ermöglichen, sich in Sekundenbruchteilen mit Menschen am anderen Ende der Welt zu verbinden. Das Versenden von Bildern und Sprachnachrichten von fast jedem beliebigen Punkt der Erde and fast jeden anderen beliebigen Punkt erscheint uns heute banal. Der unmittelbare Empfang von Echtzeitinformationen, das Dabeisein bei historischen Momenten, nahm damals vor 50 Jahren seinen Anfang. Haben diese Möglichkeiten uns "besser" gemacht? Ich bezweifele es.

Morgen jährt sich auch der Tag des Attentats auf Adolf Hitler in der Wolfsschanze zum 75. mal.  Die Widerstandskämpfer des 20. Juli, zum Teil am Anfang des Regimes des Nationalsozialismus selbst glühende Anhänger der NS-Ideologie, versuchten im letzten Moment das Ruder herumzureißen und das unabwendbare Schicksal Deutschlands, in das die Nazis Deutschland getrieben hatten, aufzuhalten. Vergeblich, wie man heute weiß.

Ich war damals noch nicht geboren und kann mir daher aus eigenem Erleben kein Urteil darüber erlauben wie es letztlich zu dem kam, was man unter dem "Dritten Reich" und dem Nationalsozialismus versteht. Aus den Erzählungen meiner Großmutter und meiner Mutter weiß ich jedoch, dass der Nationalsozialismus im unverfänglichen Gewand des Alltäglich kam in dem es u.a. darum ging nach dem Elend der Weltwirtschaftskrise endlich besser leben zu wollen.

Was ging es da jemanden an, wenn der Nachbar über Nacht verschwand? Schließlich hatte es der "Führer" seinerzeit auch geschafft, die olympischen Spiele 1936 in Berlin zu organisieren und der Weltgemeinschaft das Bild eines friedliebenden Deutschland zu vermitteln. Ein Staat, der es schaffte, Urlaubsreisen für seine Mütter zu organisieren, die sich vorher nicht einmal in ihren kühnsten Träumen ein solches Ausbrechen aus dem Alltag zu organisieren, wie konnte ein solcher Staat und sein Regime verbrecherisch sein?

Als es zu den Verwüstungen des 9. November 1938, der sog. "Reichskristallnacht" kam, wagte es seinerzeit nur noch eine verschwindende Minderheit offen darüber zu reden. oder gar zu handeln. Zur Problematik der Mitglieder des Widerstandes um Claus Graf Schenk von Stauffenberg und den anderen Attentätern des 20. Juli mehr hier.  Das Regime hatte sich bereits in den Köpfen der Menschen verfestigt und was vermeintliche Wohltaten nicht schafften, das schaffte nun die Drohung selbst zum Opfer des Regimes zu werden. Falsch verstandene Pflichterfüllung einerseits und Bindung an Eide und Gehorsam andererseits taten ihr Übriges. Sind wir heute dagegen gefeit erneut den nationalistischen Rattenfängern mit deren vermeintlich richtigen und leicht verdaulichen Ideologien von "Umvolkung" und Immigrantenstürmen, die den Hunnen gleich über Europa herfallen, Widerstand zu leisten?

Spätestens nach den Vorgängen in Chemnitz, in denen sich ein vermeintlicher "Volkszorn" bahnbrach und bei denen man erkennen konnte, wie sich erneut die Hydraköpfe des vermeintlich Überwundenen erhoben, muß man erkennen, dass die Ideologie des Unmenschen noch lange kein vergangener Teil der menschlichen Geschichte ist. Die "Banalität des Bösen", von der einst Hanna Ahrend schrieb, lebt weiter fort. Und wenn es eine Aufgabe gibt, dann die, das Erstarken solcher Ideologien, die sich heute auch im Gewand des "besorgten Bürgers" scheinbar unmerkbar  in den Alltag einschleichen, mit allen Mitteln zu verhindern.



Das ist die Lehre des 20. Juli 1944, die es gilt u.a. auch in den bevorstehenden Landtagswahlen nicht zu vergessen.

Dienstag, 16. Juli 2019

Es ist passiert...

Mit einem knappen Ergebnis ist Ursula von der Leyen zur Präsidentin der EU Kommission, quasi der Regierung der Europäischen Union unter dem Jubel derer, die die EU weiterhin lediglich als größeren Markt begreifen, "gewählt" worden.

Abnicken wäre der passender Ausdruck für das was da im Stile des ostzonalen "Faltens" von der Mehrheit von Abnickdackeln in Brüssel da veranstaltet wurde. Dabei hatte alles so gut angefangen. Es gab einen Wahlkampf der seinen Namen verdiente. Auch wenn manche sich mühten mit dem Slogan "Europa ist die Antwort" einen auf Wahlkampf zu machen, so gelang es anderen mit dem Klimawandel ein Wahlkampfthema aufzubauen, das viele Menschen an die Urnen brachte, mehr als sonst.

Wie fühlen sich wohl diese Menschen, denen man eine Wählermacht vorgaukelte, die kurz nach der "Wahl" mit Zensursula (Ursula von der Leyen) überrascht wurden. Grund war die Tatsache, dass keine Seite in der Lage war ihren Kandidaten durchzubringen. Manfred Weber war ein rotes Tuch für Präsident Macron. Bei Timmermanns bekamen Staatslenker wie Orban und die polnischen Vertreter der PiS-Partei Brechreiz. Vestager schien überhaupt keine Lobby zu haben. Der Rat der EU, die Versammlung der Staatsoberhäupter der europäischen Mitgliedsstaaten kam auf die Idee von "Uschi out of the box", Ursula von der Leyen, aus dem Ärmel zu ziehen. Und, oh Wunder, die so Gekürte passte allen, Macron fand, dass französische Sprachkenntnisse unabdingbar seien. Eine weitere Qualifikation von Frau von der Leyen sei die Tatsache, dass sie seinerzeit in Brüssel geboren wurde. Wenn man dieses absurde "Argument" strikt bis zum Ende denkt, dann bedeutet es in meinem Fall folgendes:

Ich wurde in der Nähe von Braunschweig geboren. Das befähigt mich zweifelsohne der Nachfolger von Heinrich dem Löwen zu werden. Und da dieser seinerzeit bei Kriegszügen gegen oberitalienische Städte mit Barbarossa zog und dabei so manche oberitalienische Stadt plündern und brandschatzen ließ, so stünde es mir nur zu Recht zu, ebenfalls  oberitalienische Städte zu verwüsten, oder?

Orban und die seinen aus den sog. "Vizhegrad"-Staaten (Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei) hatten keine Einwände, zumal so gesichert war, dass das Thema europäische Grundwerte wie Unabhängigkeit der Gerichte und unabhängige Presse langsam aber sicher vom Tableau der europäischen Politik verschwinden werden. Von einer geordneten Flüchtlingspolitik wird man schnell auch wenig, wenn nicht gar nichts, hören. Herrn Salvini, den italienischen Innenminister, der sich nicht zu schade war anlässlich der Freisetzung der Kapitänin Rackete, davon zu schwadronieren, wie man mit solchen Richtern man eigentlich verfahren müsse, wird es freuen.

Flinten-Uschi, die sich in Deutschland rühmen kann eine völlig desolate Bundeswehr zu hinterlassen,  führt demnächst die EU an. Und eine merkwürdige Koalition von EU Gegnern wie Salvini und Orban haben sie gemeinsam mit den Vertretern der Europäischen Volkspartei (EVP) sowie einigen Abgeordnete, die meinten dass die EU unterginge wenn man von der Leyen nicht wählt, in den Sattel gehoben. Von der Leyen will die EU Kommissionspräsidentin aller sein. Aber schon das Sprichwort sagt "Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann."

Bald werden die Von-der-Leyen-Pusher ihre Forderungen stellen. Spannend wird es dann sein zu beobachten ob und wie Frau von der Leyen darauf reagiert. Und so wie man Frau von der Leyen bereits kennt, wird sie sich baldigst mit einem undurchschaubaren Dschungel von sog. "Beratern" zu umgeben.  M.a.W. es wird Brüsselokratie at its best. Auf der Strecke bleiben werden die europäischen Grundwerte, die Migrationsproblematik wird weiter verschoben werden. Die EU als starker Gegenpol zu den USA oder China? Kaum vorstellbar bei einer EU Kommissionspräsidentin die schon heute vor Trump katzbuckelt.

Zusammenfassend kann man sagen, diese "Wahl", die den Namen nicht verdient, ist ein Pyrrhus-Sieg derer, die den Eurobürokratismus alter Schule weiter haben will und dessen wahre Kosten den EU Bürgern noch bevorsteht. Eine EU, die mehr ist als eine bessere Freihandelszone, die vielleicht einmal zu den "Vereinigten Staaten von Europa" hätte werden können, wird vertagt auf den Sankt-Nimmerleinstag.  Die EU hätte es besser verdient. Aber wie blies der Trompeter von Säckingen seinerzeit? Es wär so schön gewesen, es hat nicht sollen sein.

Mein persönliches Fazit ist ein noch Weitreichenderes. Im September 2019 werden wieder "Wahlen" veranstaltet. In Brandenburg, Thüringen und Sachsen stehen die Landesparlamente zur Disposition und die ersten Ausläufer des aufkeimenden Wahlkampfes konnte man an brandenburgischen Straßen bereits "bewundern". Da hängen sie wieder, die nichts sagenden Parolen von einem "einheitlichen Brandenburg". Als ob morgen die Aufteilung Brandenburgs bevorstünde. Die Parolen anderer Parteien sind auch nur wenig besser und schrecken eher vom Wahlgang ab als dazu zu animieren.

Zu befürchten steht, dass in vielen Wahlkreisen die blau-braune Pest triumphieren wird. Die Entscheidung des Wahlausschuss in Sachsen die Mehrheit der Kandidatenvorschläge wegen Rechtsverstößen nicht zuzulassen, ist dabei nur ein kleiner Trost. Soll man da zur Wahl gehen? Werden wir wieder den Kakao saufen sollen durch den man uns in der EU "Wahl" gezogen hat? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Im Moment bin ich so maßlos enttäuscht von dem was da abläuft, dass ich es mit zwei Sätzen zusammenfassen kann:

Wenn Wahlen etwas ändern würden, dann wären sie verboten

und 

Urnen gehören auf den Friedhof.

Im Moment bin ich in der Stimmung eine Wahlbenachrichtigung zur Landtagswahl in Sachsen zur Papierschwalbe zu falten oder ungelesen dem Papierkorb zu überantworten. Selten habe ich mich so verarscht gefühlt und zur Pseudowählerkulisse einer Veranstaltung ostzonaler Provinienz herabgewürdigt. Will ich mir das noch mal antun? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Vielleicht sollte ich den Grundsatz der sog. "Wehrbeschwerdeordnung", hier § 6Abs 1 beherzigen. Dort heißt es;

Die Beschwerde darf frühestens nach Ablauf einer Nacht und muss innerhalb eines Monats eingelegt werden, nachdem der Beschwerdeführer von dem Beschwerdeanlass Kenntnis erhalten hat.

M.a.W. 24 Stunden drüber schlafen. Ob das hilft? Es wird jedenfalls keine ruhige Nacht.

P.S. Mein voreilig gesendeter Tweet "Macht Euren Dreck alleene" des Friedrich August III. (Sachsen) war wahrscheinlich wirklich voreilig. Aber das erweist sich erst in den kommenden Tagen.

Dienstag, 2. Juli 2019

die Frau die aus dem Dunkel kam...Ursula aus der Kiste

Die Wahl zum EU Parlament ist schon länger Geschichte. Da gab es vorgebliche "Spitzenkandidaten" und Wahlparolen, die unterirdischer nicht sein konnten. "Europa ist die Antwort" war der klägliche Versuch Wähler zu mobilisieren und unwillkürlich fragte sich so mancher "Europa ist die Antwort? Auf welche Frage?"

Und trotzdem war die Wahlbeteiligung erstaunlich hoch. Was dann kam, könnte man mit Fug und Recht als Steilvorlage für EU-Gegner bezeichnen und wurde veranstaltet vom Rat, der Versammlung der Regierungschefs der EU Mitgliedsstaaten. Erst traf man sich in Hinterzimmern des G20-Gipfels in Japan. Dort versicherte man sich gegenseitig wen man nicht auf dem Posten des Präsidenten der EU Kommission sehen wolle.

Einigen paßte Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der EVP und CSU-Mitglied nicht und andere wollten auf keinen Fall Frans Zimmermanns aus den Niederlanden. Auch Frau Vestager aus Dänemark konnte nur wenige Fans um sich scharen. Ein "lustiges" Hinterzimmergeklüngel wurde zelebriert. Wer dabei völlig übergangen wurde waren die, die letztlich zum Ergebnis der Wahlen beigetragen hatten, die Wähler.

Umso erstaunter kann man sein, wenn man hört, wer den Posten bekleiden soll. Ursula von der Leyen. Hatte Frau von der Leyen heimlich still und leise und von allen übersehen kandidiert? Nein, weit gefehlt. Während andere kandidierten befaßte sich Frau von der Leyen mit dem Desaster in ihrem eigenen Ministerium. Dazu zählen unzählige Berater in ihrem Ministerium, die ihren Job ohne die notwendigen Ausschreibungen bekamen, ebenso, wie eine fast abgewrackte Gorch Fock, deren Restaurierung Unsummen verschlingen soll. Auch dazu gehört der skandalöse Zustand der Bundeswehr deren Hubschrauber nicht fliegen, U-Boote die auf Reede liegen müssen und Panzer deren Einsatzbereitschaft mehr als fraglich ist. Alles kaum Ruhmesblätter für einen Minister sind und die eher geeignet sind, an der  Eignung der Ministerin zu zweifeln. Auch ihre weiteren politischen Jobs als Familien- und Arbeitsministerin fielen kaum glänzender aus. Erinnert sei an den untauglichen Versuch, Kinderpornographie im Internet durch wirkungslose und fragliche Überwachungen des Internet bekämpfen zu wollen.

Das alles scheint aber kaum zu zählen. Dies bisherige Versagen scheint eher ein Qualifikationsmerkmal für Höheres zu sein. Nicht anders kann man es sich erklären, wenn man hört, dass, Wunder über Wunder, Ursula von der Leyen von den versammelten Regierungschefs der EU Mitgliedsstaaten ernsthaft als Präsidentin der EU Kommission vorgeschlagen wird.



Nun könnte man jubeln und sagen "endlich eine Frau" auf dem höchsten Posten den man in der EU besetzen kann. Der Jubel ist verfrüht angesichts der bisherigen "Leistungsbilanz" von Ursula von der Leyen. Ob Mann, ob Frau ist letztlich egal.  Entscheidend sollte eher sein, dass der Chefposten der EU von einem Kandidaten besetzt wird, der sich nachhaltig der zahlreichen Probleme der EU annimmt. Dazu zählen die Flüchtlingskrise ebenso wie das Verhältnis der EU zu Amerika und deren brandzündelndem Präsidenten, der mit Strafzöllen nur so um sich werfen möchte. Nicht zu vergessen das Verhältnis zu China, das u.a. mit dem Projekt "Neue Seidenstrasse" beginnt, seinen Einfluss in der Welt zu erhöhen.

Ursula von der Leyen würde mir angesichts ihrer "Qualifikation" und angesichts der anstehenden Probleme kaum, um nicht zusagen gar nicht, als geeignete Kandidatin einfallen. Sie ist die Garantin dafür, dass der Einfluss des Rates steigen und das EU Parlament zu einem Parlamentsplacebo degradiert werden soll.

Werde ich angesichts solcher Entwicklungen nochmals an einer EU-Wahl teilnehmen? Zum "Falten" von Stimmzetteln ohne dass der Wähler letztlich gehört wird , bin ich mir zu schade. Und veräppelt wurde ich im Laufe meines bisherigen Lebens genug. Die nächste Wahl für Brüssel fällt für mich wohl aus. Wahlen die sich als Placebo entpuppen, brauche ich nun wirklich nicht. Meine einzige Hoffnung bleibt, dass die gewählten EU Abgeordneten so sauer sind, dass Frau von der Leyen bei ihrer "Wahl", die letztlich auf ein Abnicken durch das EU Parlament hinausläuft, krachend durchfällt. Anders wird die Verhöhnung des Wählers nicht mehr zu stoppen sein.

Dienstag, 20. Dezember 2016

Worte des Ex-Vorsitzenden: Ich mache mich nicht zum Handlanger von Hasspredigern und Rassiten jeglicher Coleur

Über ein Jahr steht mein Blog schon verwaist da. Zeit mal wieder etwas zu schreiben.  Die lautstarken Gröhlhälse des "Ausländer raus" einerseits und ihre Sparringspartner die einen Gott vorschieben um ihre Menschenverachtende Ideologie zu bemänteln, werden immer lauter. Und dann der Vorfall auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin, einem Ort, an den es mich zu meinen Berliner Zeiten auch immer wieder zog. Jetzt sind Rassisten, Hassprediger und selbsternannte Gotteskrieger wieder en vogue. Und daher mal meine kleine Aufzählung von Ausländern, wie ich sie sehe.

  • Mein Französisch-Lehrer und späterer Klassenlehrer kam aus Tunesien. Meine späteren Arbeitskollegen in Halle 13 bei Volkswagen kamen aus Tunesien, Marokko, Jugoslawien, Italien.
  • Mein hundsmiserables Englisch, weil ich grottenfaul war, brachte eine Frau aus Indien auf Vordermann, gemeinsam mit ihrem Mann aus Großbritannien. Beide waren Juden und gingen später nach Kanada. Ich habe mich seinerzeit damit revanchiert ihnen Ski-Laufen beizubringen, was nach rasanter Abfahrt in einer Fichtenschonung endete.
  • Einen meiner ehemaligen Mitarbeiter aus Russland hat es nach Kanada verschlagen, eine andere Mitarbeiterin betreibt ein Feriencamp in Norwegen, und eine meine Kollegen aus der Ukraine lebt heute mit ihrem Mann in Dänemark.
  • Army Sergeant Rick Delile vom AFN brachte mein Englisch dann auf das Niveau "halbwegs brauchbar".
  • Liebe Menschen aus Holland brachten mir das Selber-Drehen bei. ;-). Mit Hans habe ich viel gelacht und gelästert und das Fussballspiel D-NL, das wir in Taschkent gemeinsam sahen, wird mir immer in Erinnerung bleiben.
  • In Francoise, eine Austauschschülerin aus Frankreich war ich hemmungslos, aber auch chancenlos, verknallt. JJ aus Paris ist seit langem einer meiner besten Freunde.
  • Mit Christos aus Athen habe ich in Belgrad gearbeitet und daraus ist eine enge Freundschaft geworden. 
  • David aus GB lebt heute mit seiner Dorota in Polen. Ich habe viel von David gelernt. 
  • Ein Mädchen aus Polen brachte mich seinerzeit dazu alle 14 Tage durch den eisernen Vorhang zu fahren. 
  • Viele, ganz viele liebe Menschen, in Russland machten mir das Land zu meiner zweiten Heimat.

Freunde habe ich in vielen Ländern gefunden. Und da soll mich die Tat eines Irren am Breitscheidplatz nun dazu bringen Menschen zu hassen? Dann hätten der Terror und die Hasssprediger ihr Ziel erreicht.

Und darum: Jetzt erst recht kein Fussbreit dem Hass und der Menschenverachtung.

Mittwoch, 18. November 2015

Worte des ehemaligen Vorsitzenden - heute: Wie ich in einem Augenblick 20.- Euro beim "Sparen" los wurde

 tl;dr

Wer sich mit Lidl-Connect einläßt wird zwei Dinge brauchen. Erstens Geld das unerklärlich blitzschnell "verdampft" ehe sich's der Kunde versieht und zweitens braucht er Geduld mit der zweifelsohne derzeit überforderten Hotline oder was immer da so Schritte in Richtung "Dienst am Kunden" unternimmt. Wenn er dann noch den Humor nicht verliert kann er eines Tages sicher sorgenfrei gemeinsam mit Lidl und Vodafone in das "Paradies der mobilen Telefonie" gelangen. Ob ihn dort zweiundsiebzig Jungfrauen erwarten, wer weiß das schon? zur Zeit ist das Produkt "Lidl-Connect" jedenfalls ein "Bananenprodukt", d.h. es reift beim Kunden. Leidtragende sind einerseits die Kunden die telefonieren wollen und statt dessen ihr Geld unverständlich für sie "verdampfen" sehen ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Andererseits sind es die Mitarbeiter des Kundendienstes die ihr Bestes geben um allseits vorhandene "Brände zu bekämpfen" und die Kunden bei Laune zu halten.

Einführung

Konkurrenz belebt das Geschäft, so heißt es oftmals. Ob das der Wahrheit entspricht? Manchmal ja, manchmal Nein. "Es kommt darauf an" würde der Jurist sagen. Schauen wir auf das Gebiet der Anbieter von Telekommunikationsdiensten.

Seit dem die glorreichen Zeiten der Deutschen Bundespost als Gralshüter der TAE-Anschlussdose Vergangenheit sind, seit dem hat sich einiges auf dem Telekommunikationsmarkt getan. Vorbei die Zeiten der Einheitsgrautelefone mit Wählscheibe. Was war das für ein Fortschritt. Man glaubte es kaum. Es gab schnurgebundene Telefonapparate in orange und grün. Zwar hatten die Dinger noch immer Wählscheiben, aber immerhin, ein erster Schritt war getan. Dann folgten Schlag auf Schlag Telefone mit Tastatur und manch Wagemutiger klemmte heimlich und verstohlen sogar ein Telefon an, das nicht das amtliche Posthörnchen trug und somit eigentlich illegal war.

Der Kunde wird mobil

Dann kam das C-Netz. Zur Wende und deutschen Einheit kamen die Zeitgenossen die etwas auf sich hielten mit einem Handköfferchen um die Ecke das sich als "tragbares Telefon" entpuppten und so jedermann klarmachten, hier kommt ein wichtiger Mensch, der überall und zu jeder Zeit erreichbar sein muß. Ein Hauch von "Mister Important" umwehte den Kofferträger, der nebenbei aller saftigste Gebühren für abgehackte Gespräche in einem mehr als löchrigen Netz zu zahlen bereit war. Das mehr und mehr zu hörende "Hallo, hallo, können Sie mich hören?", gefolgt von einem nicht wiederzugebenden Fluch, weil der "Telefonierer" mal wieder in ein Funkloch gefahren war, war an der Tagesordnung. Dann kamen die "Handys", Geräte die man auch heute noch locker zum Einschlagen eines Nagels in eine Betonwand nutzen konnte. eroberten langsam aber sicher den Markt. Daß die Gebühren in erträgliche Bereiche schrumpften, war weiterhin ein Traum.

Das D-Netz war ein weiterer Schritt der Befreiung vom Schnurtelefon. Die heute noch gebräuchliche Technik hat seit dem einige Sprünge gemacht und mittlerweile ist spätestens seit dem sagenumwobenen ersten iPhone die Tür ins "Mobile Telefonieparadies" aufgestoßen. Wer heute kein Smartphone hat, der ist "total outdated" und gilt als Relikt aus vergangenen Zeiten, ein Techno-Dinosaurierer eben. Handys mit einfachster Ausstattung das man zu zwei Dingen nutzen kann, Telefonieren und Schreiben von SMS, gelten schon als "Handy mit Wahlscheibe" und versprühen ähnlichen Charme wie seinerzeit as graue Einheitstelefon seliger Bundespostzeiten. Trotzdem begegnet man ihnen hin und wieder noch auf dem Wühltisch bei Saturn oder dem Media-Markt. Wer nicht mehr an Funktionalität braucht, oder eben mal schnell ein Handy braucht, z. B. als Zünderersatz, der ist damit bestens bedient.

Der Preisverfall schlägt zu

Nach den Taschenrechnern, die einst aus Schwindel erregenden preislichen Höhen den Weg auf den Wühltisch des 1-Euro-Shops angetreten haben, hat es jetzt die Handys erwischt. Wann die sog. Smartphones diesen Weg beschreiten, das bleibt abzuwarten. Aber kommen wird es. Die weite Preisspanne der Smartphones vom Schlage eines iPhone 6 oder eines Samsung Galaxy 6 bis hin zum Noname-Phone aus China läßt nachdenklich werden.

Auch der Preis der mobilen Freiheit beginnt stetig zu sinken. Man kann es daran erkennen, daß mittlerweile mehr Handyanschlüsse in Deutschland registriert sind als es Menschen in Deutschland hat. Auch in Rußland konnte ich seinerzeit einen Hang zum "Mobiltelefonnomaden" ausmachen. Dort wo es fast kaum Mobilfunkverträge nach deutschem Muster gibt, wechseln die Leute den Mobilfunkprovider bei Auftauchen neuer billigerer Tarife schneller als den Anbietern lieb ist. So entsteht langsam aber sicher ein Überhang aus "toten Seelen", d.h. vergebene Mobilfunknummern die seit langer Zeit nicht mehr genutzt werde.

Auch ich habe schon einige Provider durch in der Hoffnung auf gleich guten Service zu verringerten Kosten hinter mir gelassen. Seit ich öfter im Ausland war als in Deutschland, seit dem war das Ende der zweijährigen "Zwangsehe", genannt Mobilfunkvertrag alter Prägung, absehbar. Schon seit längerer Zeit telefoniere ich, noch immer unter der gleichen Nummer, jetzt aber im Prepaid-System. Das ist zwar teurer als ein Vertrag, bei dem man zu allem Überfluß auch noch alle zwei Jahre ein neues Handy erwerben kann. Verbilligt angeboten ist mancher Zeitgenosse gern bereit die "Ehe" einzugehen, Hauptsache die Mitgift besteht aus dem "Neuesten vom Neuen". Ob man die eintausendsechshundertzweiunddreißig verborgenen Features überhaupt nutzt, oder ob sie nicht noch zu weiterer Kostenbelastung führen, das übersieht manch einer geflissentlich, um dann bei der ersten Rechnung mit vor Schreck geweiteten Augen aufzuwachen.

Danaergeschenke oder "Schönen Gruß vom Trojanischen Pferd"

So ist es eine "gute Sitte" der Anbieter von Mobilfunkleistungen mit dem neuen Handy und Vertrag dem ahnungslosen Kunden zugleich zwei weitere Danaergeschenke anzudienen. Zum einen ist die Mailbox standardmäßig aktiviert. Das führt dazu, daß der geplagte Zeitgenosse zu Zeiten zu denen er seine Ruhe haben will oder haben muß die Mailbox zugetextet bekommt. Sie ist nämlich in "purer Sorge um den Komfort des Kunden" standardmäßig eingeschaltet. Und so erhält er mehr oder weniger sinnvolle Anrufe aufgedrängt, von denen er sonst verschont bliebe. Daß die Anrufenden sich dann hinterher beschweren ist abzusehen. "Man kann Dir auf die Mailbox sprechen, Du rufst ja nie zurück."

Die zweite "Fürsorglichkeit" verpassen einem die Handyhersteller. Ohne daß der unbedarfte Zeitgenosse es ahnt. Nach Auspacken und Inbetriebnahme des Gerätes fängt das kleine Wunderwerk gerade damit an den Geldbeutel des Technikfans Stück für Stück zum Wohle des Mobilfunkproviders zu leeren. Was der Unbedarfte Zeitgenosse nicht weiß ist, daß bei den neuen Geräten die Fähigkeit fortwährend Datenaustausch mit den Zentralsystemen des Providers durchzuführen standardmäßig eingeschaltet ist.

Und da das Gerät auch dazu in der Lage ist in das Internet zu gehen, deshalb macht das Gerät das auch. Und so sendet und empfängt das Gerät kleinste Brocken von Steuerdaten, die sich dann auf der Monatsabrechnung als "Datendienste" wiederzufinden sind. Selbst wenn der stolze Neubesitzer nicht einen Moment auf einer Internetseite mittels Smartphone herumgesurft ist, kommen so ganz erklägliche Summen zustande. Und gemäß dem alten Slogan "Kleinvieh macht auch Mist" verdienen die Telefonprovider daran nicht schlecht. Warum also die Handys "entschärft" ausliefern? Soll sich doch der Kunde darum kümmern die Zeitbombe zu entschärfen. Ich wüßte nicht um diese Phänomen wenn es mich nicht seinerzeit auch erwischt hätte. Ohne daß ich es mir erklären konnte war meine 30.-Euro-Karte in zwei Tagen "verdampft" in meinem neuen Smartphone. Ich hatte nicht den blassesten Schimmer woran das lag. Das Umstecken der Karte in ein "Handy mit Wählscheibe" brachte erst einmal Ruhe an der Gebührenfront.

Nicht schlecht staunte ich, als ich den bestens versteckten Schalter im vierten Unterlevel des Menüs zur allgemeinen Geräteeinstellung fand, mit dem man der Datengeschwätzigkeit ein Ende setzen und dem "nach hause telefonieren" einen Riegel vorschieben konnte. Im "Handbuch",der Kleinstbroschüre mit der grauen 9-Punkt-Schrift für die man auch gleich eine Lupe hätte mitliefern sollen, kein Wort davon welche Gefahr ein nicht entschärftes Handy für den Geldbeutel des Kunden bedeutet. Erst "mein Freund" Google brachte das Geheimnis an das Licht des Tages  Einmal ausgeschaltet war dann Schluß mit dem "Taschendiebstahl der neuen Art".

Adios Baby, asta la vista

Deutsche Telekom liefen mir mit der Zeit ebenso über den Weg wie Vodafone, Debitel und Fonic, nicht zu vergessen mein Techtelmechtel mit Congstar. Gibt es Unterschiede? Ja, die gibt es. Das Netz der Deutschen Telekom scheint für meinen Geschmack dichter geknüpft als die Netze von den Konkurrenten. Am Ehesten kommt da Vodafone noch mit. Und was aus dem berühmt berüchtigten Funklochnetz von O2 nach der Fusion mit dem ebenfalls seinerzeit löchrigen Netz von ePlus wird, das wissen wohl nur die Götter. Ausgehend von der Tatsache, daß zwei Blinde noch soviel Wille haben mögen ihre Fähigkeiten im Wege der vielfach gepriesenen Synergie-Effekte zusammen zu legen, aus ihnen wird in keinem Fall ein einziger Sehender mit dem Blick eines Adlers. Die Fusion von Daimler-Benz mit seinem amerikanischen Pendant Chrysler führte ja auch nicht zu einem Rolls-Royce sondern in das Desaster. Aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren.

The fight musst go on

Auch die Anbieter von mobilen Tefoniediensten liefern sich schon seit längerer Zeit einen erbarmungslosen Konkurrenzkampf auf mehreren Ebenen. Das wird um Mobilfunklizenzen gekämpft. Angesichts des wechselbereiten Kunden und der Abscheu von langfristigen Bindungen dieser Kunden an den Mobilfunkprovider, nimmt die Zahl der Zweijahresverträge mit ihren verklausulierten Verträgen steig ab. Auf dem Vormarsch sind die Anbieter, bei denen man sich aus einem Baukasten seine benötigten Dienstleistungsmodule selbst zusammenstellen kann. Anbieter solcher Lösungen sind scheinbar neue selbstständige Unternehmen die dem Kunden maßgeschneiderte Lösungen anbieten, gepaart mit der Möglichkeit die "Ehe" auf monatlicher Basis zu scheiden. Einer der Vorreiter war ALDI-Talk und Tchibo-Phone, die ihre Telekommunikationsleistungen bei ePlus bezogen. Da sind weiter zu nennen der Anbieter "CongStar", bei dem es sich um die "Billigmarken"-Tochter der Deutschen Telekom handelt. Auch O2 hat so eine Produktlinie und nun kommt Vodafone ebenfalls auf den Dreh und bietet ein Produkt an, das basierend auf dem Logo "Lidl-Connect" mobile Telefondienste im Baukasten-Prinzip anbietet.

Nach einer Analyse meines Telefoniergebahrens und der sich stetig stapelnden Kassenbons mit denen ich meine X-tra Karte der Deutschen Telekom "fütterte", stand der Entschluß fest. Die Telekommkosten sollten nachhaltig gesenkt werden. Was tun? Ein Preis- und Leistungsvergleich der einschlägigen Anbieter folgte, der so mancher Bachelor-Abschlußarbeit gut zu Gesichte gestanden hätten. Der "Partner meiner Wahl" war Lidl. Mit dem Angebot von 14,99 Euro monatlich entweder wie gehabt aufzuladen oder per Bankeinzug abzubuchen, ließ sich das angebotene Paket gut an. Neben Festnetz- und Mobilfunknetzflat in alle deutschen Netze ausgenommen Sondernummern, sowie einem für meine Zwecke voll ausreichenden Kontingent an SMS und Internet fand ich das Angebot sehr attraktiv. Hinzukam, daß der hinter der Sache stehende Provider Vodafone war, ein Provider mit einem relativ guten Netzausbau im Vergleich zu so manchen anderen Anbietern.

Den Entschluß in die Tat umsetzen ist auch keine große Hürde. "Feinkost"-Lidl ist flächendeckend vorhanden und so kann man das Erstausstatterset für 9,99 Euro mühelos in der Nähe erwerben. Neben einer Telefonkarte die man mühelos in die passende Größe seines Telefons bringen kann, bietet das Set eine Kurzanleitung deren Schriftgröße verbesserungswürdig ist. Abgerundet wird Ganze noch durch die Tatsache daß ein Betrag von 10,00 Euro beigefügt ist, den man zum Telefonieren nutzen können soll. In der Tat, auf den ersten Blick alles in Butter. Machen wir den Praxistest, ist hier auch alles in Butter? Oh ja, nur ist die Butter ranzig, soll heißen, bis zum klaglosen Telefonieren liegen noch einige Stolpersteine vor uns. Und das sieht in meinem Fall wie folgt aus:

Am Anfang war das Wort

Ich lese mir das kleine Heftchen unter Hinzunahme einer Lupe kurz durch. Ich aktiviere die Karte und setze sie vorsichtshalber erst mehr als eine Stunde nach dem Aktivieren wieder ins Gerät und schalte es ein. Kurzes Prüfen mittels "*100#" und schon ist klar, die 10,00 Euro stehen zur Verfügung. Aber halt, der eigentliche Monatstarif in meinem Paket beträgt ja eigentlich 14,99 Euro. Was tun? Der kluge Mann baut vor und hat, clever wie er ist, zwei weitere Aufladebons a 5,00 Euro erworben. Die Guthaben sind schnell aufgeladen. Ein prüfender Blick und … 20.- Euro werden mir als verfügbar angezeigt. Wie schön, den Endlostelefonaten mit so manchem Zeitgenossen scheint kein Stein mehr im Wege zu liegen. Da ist nur noch eine winzige Hürde.

Texte mich nicht zu, Alter

Wie befürchtet, Vodafone hat es in seiner allumfassenden Besorgtheit um das Wohl des Kunden,  nicht verabsäumt die Mailbox einzuschalten. Die Folge ist, ich muß das nervende Feature erst mal abschalten. Wie das geht ist im besagten Heftchen für mich fast hinreichend klar beschrieben. Nach Anwahl der Nummer "5500" muß ich mich noch ein wenig durch das Voicemail-System wühlen. Dabei stelle ich fest, dass ich vor dem Abschalten der Mailbox diese erst einmal fertig einrichten muß. Ich mache das mehr oder weniger gut gelaunt in dem ich immer dann, wenn ich gebeten werde etwas aufzusprechen, lang und anhaltend schweige. Erst danach kommt man mit Menüunterpunkt sieben dazu dem Elektroniktrottel das Handwerk zu legen. Ruhe an der Front. Das "Paradies mobilen Telefonierens", haben wir es endlich erreicht?

Den Rechtgläubigen erwarten einst zweiundsiebzig Jungfrauen im Paradies

Schön wäre es. Aber nach Abschluß der Mailbox-Amputation leuchtet kurz etwas auf auf dem Bildschirm. Von "Ihr aktuelles Konto beträgt 0,01 Euro" ist da die Rede. "Sicher ein Versehen, keine Panik", denke ich noch. Dass in diesem Moment zwanzig Euro sich quasi den sagenhaften zweiundsiebzig Jungfrauen im Paradiese zugesellt haben, die den rechtgläubigen Märtyrer empfangen werden, das will mir nicht in den Kopf, ein Versehen eben. Warum kriegen Märtyrer jetzt neben zweiundsiebzig Jungfrauen auch noch Bargeld? Und wozu braucht man Bargeld im Paradies? Fragen über Fragen. ich gehe erst einmal ins Bett. Wird sich sicher bis morgen früh in den unendlichen Weiten des Abrechnungssystem gefunden haben.

Der nächste Morgen … the show must go on

Der nächste Morgen graut am Horizont herauf. Ich will jemand überraschen und die Beste mit einem Weckanruf beglücken. Aber vorher noch eine klitzekleine Guthabenprüfung. "*100#" ist schnell eingetippt und abgesendet und … Ich traue meinen Augen nicht. Auf dem Bildschirm steht "Ihr Guthaben beträgt 0,01 Euro". Ich probiere es trotzdem und rufe an. Und es passiert das Unglaubliche. Der Ruf geht durch und es folgt eine fünfminütige Unterhaltung, deren Inhalt hier nichts zur Sache tut. Ich hatte doch Recht. Alles nur ein Irrtum im System. Frohgemut wähle ich die Nummer der Telefonhotline und bekomme … keinen Anschluß, denn wie wir alle wissen, mit einem Cent ist schlecht Telefonieren, auch bei Budget-Anbietern von Telefoniediensten.

Die Wunderwaffe kommt zum Einsatz … wenn sie nicht floppt

Gut dass ich gestern mein Lidl-Connect Kundenkonto im Internet eingerichtet habe. Dateneingabe und Festlegen eines einigermaßen sicheren Passworts sind eine Angelegenheit von Minuten gewesen. Gleich geht meine Nachricht an die Supporttruppe von Lidl-Connect raus und dann verflüchtigen sich die Probleme und das Paradies inklusive Jungfrauen … ok, das hatten wir schon. Also WEB Site aufrufen, Benutzername eintippen, dann folgt mein supersicheres Passwort dann die Entertaste gedrückt und dann folgt … nichts. Als ob Nichts gewesen sei, so kehrt der Cursor zurück auf den nun wieder freien Platz für mein megasicheres Passwort. Drei weitere Versuche .. niente, nada, nitschewo, kurz nichts. Aber so schnell gebe ich nicht auf. Ich kenne das aus der täglichen Arbeit in einer Hotline. Wenn nichts mehr hilft, dann holen wir die aus purem Silber gefertigte "Wunderkugel" heraus mit dem sich auch die unwilligsten Probleme, die sich einer Lösung zu entziehen suchen, niedergestreckt werden können. Die der V2 Rakete ähnliche Wunderwaffe heißt "Löschen Sie doch mal die Cookies und den Cache". In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle tut das System nach einem erneuten Starten des Browsers auch erstaunlicherweise wieder seinen Dienst. Ganz anders ist das bei mir. Nach erfolgreichem Start meiner "V2" kommt die in unmittelbarer Nähe wieder herunter, m.a.W. der Zugang zum internet gestützten Kundensystem bleibt für mich weiterhin verschlossen. So muß sich Wernher von Braun zeitweilig auf Peenemünde auch gefühlt haben. Wie weiter? Irgendwie muß ich dem Anbieter doch klarmachen können dass hier irgendwas an den Prozessen mehr als verbesserungswürdig ist.

Die Armee Wenck kommt auch nicht.

Letzte Rettung scheint eine direkte E-Mail zu sein, direkt aus meinem Rechner heraus abgefeuert in das Zentrum der Kundenfreundlichkeit einschlägt. So wird sich eine Lösung der "Herausforderung" sicher bald, d.h. heute, finden lassen. Gesagt getan, den Sachverhalt kurz zusammenfassen, "senden" gedrückt und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Tagsüber prüfe ich zwischendurch die E-Mail. Totenstille herrscht. Dann am Abend bekomme ich die langersehnte E-Mail. Und was steht da?

"Liebe Lidl Connect Kundin, lieber Lidl Connect Kunde,

herzlichen Dank für Ihre Email, deren Empfang wir Ihnen gern mit dieser automatisch generierten Email bestätigen.  Durch das derzeit erhöhte Mailaufkommen kann die Bearbeitungszeit bis zu 72 Stunden dauern. Vielen Dank für Ihre Geduld.
Freundliche Grüße

Ihre LIDL Connect Kundenbetreuung
…"

Abgesang

Tja, Wunderkugeln helfen bei LIDL-Connect im Moment ebenso wenig wie vermeintliche Wunderwaffen. Und eine Entsatzarmee, die in letzter Sekunde irgendwas herumreißt, kann ich auch getrost zu den Akten legen. Hier hilft im Moment nichts, aber gar nichts außer "Abwarten und Tee trinken". Ich werde schon mal vorsorglich die Tee Vorräte auffüllen gehen, man weiß ja nie. Und ein wenig das demolierte Konto auffrischen, so mit fünf Euro kann auch nicht schaden. Vielleicht kommt er ja doch noch, der heißersehnte Zutritt ins "Paradies der Telekommunikation", mit oder ohne Jungfrauen ist mir in der Zwischenzeit auch schon ziemlich egal. Mein Wunsch ist ganz profan. Ich möchte die mir versprochenen Leistungen einfach haben und endlich eine Allnet-Flat haben. Ist das zuviel verlangt?

Freitag, 3. Oktober 2014

Worte des Vorsitzenden ... heute: Tag der Deutschen Einheit

Dieser Beitrag ist der "West-Beitrag" zum Tag der Deutschen Einheit und eine Ergänzung zu einer Sicht aus östlicher Perspektive.

Da ist er, fast schneller als erwartet, der 24. Tag der Deutschen Einheit. Ich hatte mich geirrt. Der 25. Jahrestag des Falls der Mauer aber eben nicht der 25. Tag der Deutschen Einheit. Was verbinde ich, der ich von West nach Ost gewandert bin mit dem Tag der Deutschen Einheit? Zunächst einmal die DDR. Und die war für mich - mit Ausnahmen - weiter weg als der Mond. Ja, ich war ab und zu im "real existierenden Sozialismus" und ich erlebte ihn immer wieder von seiner "anheimelnden Seite" wenn ich mal wieder vom Westteil Berlins über den Transitkorridor nach Helmstedt führ. DDR? Das war dieses "schwarze Loch" das man schnellstmöglich durchqueren wollte und in dem man vielleicht ab und zu noch verbilligt an der Transittankstelle tanken konnte. Die DDR machte es einem auch nicht gerade leicht sie sympathisch zu finden. Und dann war sie auf einmal schneller weg als man es sich je hätte vorstellen können.  Und nun haben wir ein Deutschland und feiern die "Wiedervereinigung" am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit. Und was verbinde ich mit dem 3. Oktober 1990?

Ehrlich gesagt wenig, dieser Tag scheint mir immer noch ein wenig "aufgeblasen" und künstlich. Die Festrede zum 24. Tag der Deutschen Einheit, muss ich sie mir antun? Ich denke eher nicht. Zu weit sind meine Ansichten von den Ansichten derer entfernt die da in trauter Runde das Pathos einer "Wiedervereinigung" beschwören die keine war.

Wesentlicher und mir immer noch in Erinnerung sind die Ereignisse um den 9. November 1989, dem Tag "an dem die Mauer fiel". Damals lebte ich im Westteil von Berlin und wenn meine damalige Frau nicht gewesen wäre, dann hätte ich diese Nacht verschlafen. Sie war es, die die Nachricht im Fernsehen sah und darauf bestand dass wir unbedingt zum Brandenburger Tor müssten um, wie sie meinte, Geschichte hautnah zu erleben. Und da hatte sie im Nachhinein betrachtet zweifelsohne Recht behalten.

Wer damals dabei war, der wird die Momente sicher kaum vergessen als eine nicht enden wollende Menge durch die Mauer kam. In dieser Nacht war alles anders. Und wir alle waren euphorisch. Niemand konnte absehen was in der kommenden Zeit passieren würde. Nur eines war irgendwie klar, das war das Ende der DDR wie wir sie kannten. Optimistisch waren wir alle. Alles würde anders werden, auf alle Fälle besser.

Was dann kam, das war nicht unbedingt "besser". Anders war es auf alle Fälle. Viel von der Euphorie von damals ist schneller verflogen als man es geglaubt hatte. Für den Westen änderte sich sich einiges. Aber für die noch vor kurzer Zeit in wohlfeilen Sonntagsreden viel beschworenen "Brüder und Schwestern hinter dem eisernen Vorhang", für die änderte sich fast alles. Sie, für die "der Westen" noch vor kurzer Zeit unerreichbar gewesen war, standen nun staunend im Westen. Was niemand von uns im vollen Umfang zur Kenntnis nahm war die Tatsache dass nun alle, aber auch restlos alle, nach den Regeln des Westens zu spielen hatten.

Das fing mit der vollständigen Übernahme der Rechtsordnung des westlichen Teils an, die, wie verlautet werden ließ, sowieso die "freiheitlichere" war. Da wuchs nicht zusammen was zusammen gehörte, da überwucherte der Westen den Osten und ließ nicht einmal den Hauch einer Chance zu überlegen was der Osten zu einem gemeinsamen neuen Deutschland beitragen könne. Mit Verwunderung konnte der aufmerksame Beobachter auch feststellen wie Teile der Nomenklatura des einst ungeliebten "kleineren Bruders" die Seiten unter tatkräftiger Mithilfe des Westens die Seiten wechselten, eine "Serviceleistung" des Westens die man, obwohl einst mit Pomp und Ehren empfangen, nicht allen angedeihen ließ. Das einzig sichtbare Überlebende des Ostens war das Ampelmännchen und der Rechtsabbiegepfeil.

Das Zivilgesetzbuch der DDR? Es ist Geschichte. An seine Stelle trat das BGB von 1900. Das kurze und einfache Familiengesetzbuch der DDR? Es traf das gleiche Schicksal. Die einstige Chance des Grundgesetzes dass das deutsche Volk sich nach einer Wiedervereinigung gemeinsam eine Verfassung geben solle, diese Versprechen wurde in der Folgezeit heimlich still und leise aus dem Grundgesetz gestrichen damit nur nicht jemand aus Versehen auf falsche Ideen käme.

Das Zusammenwachsen der Dinge die zusammengehören, hat es stattgefunden? Das kommt sicher darauf an welcher Generation man angehört. Für die kurz vor oder nach dem Mauerfall geborenen existiert die DDR nur noch als Teil der Geschichte. Für die Menschen die das geteilte Deutschland noch gekannt haben, für sie wächst Deutschland sicher noch immer zusammen. Noch sind Ost und West nicht eins. Niedrigere Ostlöhne gibt es immer noch genau wie die niedrigere Ostrente und es gibt weiterhin interessierte Kreise die den östlichen Niedriglohn-Sektor Deutschlands weiter bestehen lassen wollen. Ob der Mindestlohn dem ein Ende setzen wird, wer weiss.

Ich bin im Osten angekommen. Leipzig, früher irgendein Punkt auf einer Landkarte, ist heute meine Heimat. Dass ich einmal dort landen würde, wenn man mir das vor dem 9. November 1989 gesagt hätte, ich hätte ihm einen Besuch beim Arzt empfohlen.

Und wie ordne ich die deutsch-deutsche Wiedervereinigung, die eine Übernahme war, heute ein? Trotz aller Widrigkeiten war es sicher der richtige Weg. Ob man auf diesem Weg soviel Porzellan hätte zerschlagen müssen? Die Wiedervereinigung ist für mich positiv besetzt wenn ich daran denke welche großartigen Menschen ich sonst niemals kennengelernt hätte. Eingetrübt wird das Ganze nur dadurch dass viele Chancen auf eine gemeinsam getragene Reform auch des Westens nicht genutzt worden sind.


Donnerstag, 7. August 2014

Worte des Vorsitzenden ... heute: Sachsen wählt Ende August und was das mit Dir zutun hat



Ende August 2014 sind Landtagswahlen, u.a. auch in Sachsen. Und ich bin angetreten. Im August gilt es noch einmal alles zu geben für den Wahlkampf. Und das sind meine Gedanken zu meiner Kandidatur:

Daten, Daten, Daten

Listenplatz: 12
Direktkandidat: Wahlkreis 29 – Leipzig 3
Beruf und Tätigkeit: Berater im Bereich e-Government in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit
Wohnort: Leipzig
Mitglied seit: 2009
polit. Funktionen: Vorsitzender des Kreisverbandes Leipzig
Mailadresse: w.willeke<at>piraten-leipzig.de
Webseite: http://ostpirat.blogspot.com/
Twitter: @ostpirat


Meine Ziele:


Als seinerzeit eher zufällig zugewanderter „Sachse“ habe ich mich in Leipzig und in Sachsen immer wohl gefühlt. Man sagt den Sachsen die drei „H“ nach. Sie seien „helle, heeflisch und heemtüksch“. Die ersten beiden „H“ kann ich unterschreiben, das dritte „H“ keinesfalls. Die Sachsen sind ein gemütliches Völkchen mit dem gewissen Pfiff.

Politik in Sachsen

Die sächsische Landespolitik läßt noch vieles zu wünschen übrig. Da ist der Sachsensumpf aus seligen Zeiten, der dem Land geschadet hat. Aus der Lage im Dreiländereck Polen, Tschechien und Deutschland hat man in der Dresdner Staatskanzlei bisher nichts gemacht, dabei ist grenzübergreifende Kooperation in jeglicher Hinsicht notweniger denn je, z.B. ist man von einer koordinierten Drogenpolitik im Dreiländereck noch Lichtjahre entfernt.

Die Affäre um die Landesbank Sachsen ist ebenfalls kein Ruhmesblatt sächsischer Politik. Der Bürgerrechtsbegriff der sächsischen Innenpolitik den kann man mit dem Wort „widerrechtliche Funkzellenabfrage“ umschreiben. Der Bürger wird als potentielle Bedrohung und als Untertan begriffen. Der Bürger als Souverän der ist bei der sächsischen Staatsregierung bisher nicht angekommen.

Die regierende Koalition hat Sachsen in den Jahren nur verwaltet. Neue Ideen sucht man weiterhin vergebens.

Sachsen kann es anders und besser

Dabei kann Sachsen es besser wenn endlich frischer Wind in das Parlament einzieht. Die Piraten sind angetreten einen solchen frischen Wind im Parlament wehen zu lassen. Es ist Zeit für den Wandel angesichts der am Horizont bereits absehbaren Probleme. Zu diesen Problemen zählen der demographische Wandel, der Sachsen nicht verschonen wird.  Die Konkurrenz aus den Staaten der EU und aus anderen Staaten wird nicht warten bis der sächsischen Staatsregierung Konzepte eingefallen sind wie man Sachsen als attraktiven, innovativen und nachhaltigen Lebensraum, in dem die Bürger gern wohnen, ausgebaut hat. Der Abbau u.a. von universitären Einrichtungen im Freistaat unter dem Signums des Sparens koste es was es wolle,wird sicher nicht dazu beitragen die Attraktivität Sachsens zu stärken.

Das pure „weiter so“ der schwarz-gelben Regierung mit ihrer neoliberalen Denke wird Sachsen auf die Dauer nicht weiterbringen.

Die Zukunft hat gestern begonnen

Neues und unkonventionelles Denken ist gefragt. Die scheinbar sicheren Arbeitsplätze von heute sind morgen schon Geschichte wie die Abwanderung ganzer Branchen nach Fernost zeigt. Ganze Branchen wird der Wind des Wandels in den nächsten Jahren hinwegfegen. Schon gibt es bisher fast kaum wahrnehmbare Anzeichen für den Wandel. Das Bestellen von Waren vom anderen Ende der Welt ist heute schon Allgemeingut und reißt niemanden mehr vom Stuhl. Vor Jahren hatte man es gerade mal geschafft Waren aus dem Versandkatalog zu ordern und das auch nur bei einheimischen Firmen. Da werden heute schon auf den allgegenwärtigen Smartphones Programme installiert die langfristig den Taxifahrer zwar nicht gänzlich ersetzen werden, aber zumindest die Anzahl von Taxis reduzieren werden. Der Internethandel macht sich auf zu neuen Horizonten wenn Anbieter erste Versuche starten die verkauften Waren mittels unbemannter Fluggeräte (Drohnen) auszuliefern. Verstärkte Verzahnung von Verkehrsmitteln führen zu einem neuen Begriff von Mobilität. Langfristig wird nicht der Besitz eines Autos im Vordergrund stehen sondern die Lösung von Mobilitätsproblemen. Dazu zählen heute schon Car-Sharing und das Angebot Privater im Internet deren Autos während der ungenutzten Zeit nutzen zu können. All das wird Auswirkungen u.a. auch auf die Beschäftigungslage in Sachsen mit zahlreichen Automobilfertigungsstandorten haben.

Das Märchen von morgen

Ende der sechziger Jahre lief im Fernsehen eine Sendereihe „Raumpatrouille Orion“ und später lief dann die Erfolgsserie „Startrek“. Im Vorspann zur Serie „Raumpatrouille Orion“ hieß es „was heute noch wie ein Märchen erscheint ist morgen schon Wirklichkeit“. Und was gab es damals zu sehen? Bildschirme die man heute als Flachbildschirme in fast jedem Haushalt findet, sei es als Fernseher oder als Tabletcomputer. Auch Kommunikatoren die man am Handgelenk trägt waren damals noch Zukunftsmusik. Die ersten Geräte einer solchen Klasse kann man heute bereits im Internet bestellen oder in einem der zahlreichen Elektronikmärkte erstehen. Die Zukunft beginnt also nicht erst morgen oder irgendwann. Die Zukunft hat begonnen, gestern bereits. Und es ist an der Zeit sich Gedanken darüber zu machen wie man mit dem was heute noch wie ein Märchen in ferner Zukunft erscheint auch in Sachsen umgehen wird, wie man den Wandel gestalten kann und ihm nicht nur hinterherläuft.

Bürger oder Untertan, das ist hier die Frage

Dazu zählt auch die Frage welches Menschenbild die Regierung hat die da gewählt werden wird. Ist es der gläserne Untertan den es vorbeugend zu überwachen gilt und dessen Daten man haltlos sammelt weil man sie „irgendwann“ vielleicht doch nutzen kann? Oder ist es das Bild des Bürgers als Souverän und Inhaber von Rechten, u.a. auch des Rechtes auf Privatheit?

Sicher ist es ein Abenteuer einer kleinen Partei die Stimme zu geben. Aber was ist heute schon ohne Risiko? Und dieses Risiko ist überschaubar. Die großen Parteien haben bisher nur gezeigt daß sie nur verwalten, Besitzstände ihrer Klientel wahren und nicht gestalten wollen oder können. Wir brauchen wenn wir die Zukunft bestehen wollen keine Verwalter sondern Gestalter mit neuen heute vielleicht noch utopischen Ideen.

Für dieses Gestalten bitte ich die Wähler um ihre Stimme. Wir müssen über den Tellerrand hinausschauen und den Wandel einleiten. Wenn nicht jetzt wann sonst? Also, was sitzt Ihr noch rum? Ende August habt Ihr es in der Hand den Wandel einzuleiten. Die Wahl zum sächsischen Landtag ist Eure Chance.