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Dienstag, 12. März 2013

Der Wahlkampf ist eröffnet ... und die Themen?

Pferdefleisch-Lasagne und zweifelhafte Futtermittel aus Serbien? War da was? Wir haben es überlebt. Sie sind ebenso "out" wie Bio-Eier die nicht Bio hätten sein dürfen. Alle sind jetzt mit Wahlkampf beschäftigt. Alle? Na ja, nicht wirklich. Noch haben nicht alle die Zeichen der Zeit erkannt, sie beschäftigen sich lieber mit sich selbst. Manch einer publiziert auch Bücher in dem Verlangen seine Ideen in anderer Form in den politischen Diskurs und damit vielleicht in den Wahlkampf einzubringen.

Aber spätestens bei den etablierten Parteien wahlkämpft es schon heftig. Die Zeichen sind unübersehbar, ein Parteitag jagt den anderen und alle Angetretenen überbieten sich mit ihren blau-gelben und rosa Wahlprogrammen dabei die zukünftigen Wähler einzulullen. Es gibt Famliengipfel. Nichtpassendes wird vorab passend gemacht - das hat mittlerweile Tradition in Deutschland - und der Öffentlichkeit wird das so präsentiert dass man sich fast an das "Ministerium für Wahrheit" in George Orwells "1984" erinnert fühlt. Die selbsternannten Freiheitsfreunde, also die die uns gegen die Gefahr des nordkoreanischen Kommunismus aktuell verteidigen, leben mittlerweile #ImCoolstenLandDerWelt und ernten dafür den gesammelten Spott der Internet-Community. Dass die Situation nicht nur im Wahlgebiet derweil nicht ganz so cool ist wie lautstark propagiert wird nicht nur von ihnen geflissentlich ausgeblendet.

Die selbsternannten "Freunde der Freiheit" machen "fehlprogrammierte Typen" und "Fuzzies" im Lande aus und treten gegen eben diese im blau-gelben "Kampfanzug der Freiheit" an. Ältere erinnern sich dabei fast an Kurt-Georg Kiesinger wenn nicht sogar gleich an die weiland sehr "erfolgreiche Psychatrielösung" der ehemaligen UdSSR.

Und nun kommen zu allem Überfluss eben die Ideologen die uns einst "wettbewerbsfähig" gemacht haben auf die Bühne zurück und wollen weiter machen mit ihren "Heilsbotschaften" von ehedem. Heilsbotschaften vor denen mancher der "Mitgestalter"von einst heute sein Heil in der Flucht versucht. Wenn das was uns da z.Z. so präsentiert wird die Tendenzen des kommenden heißen Wahlkampfes widerspiegelt, dann wird es ein Wahlkampf dessen Themen unter dem Stichwort "Gerechtigkeitslücke in Deutschland" stehen könnte und der deshalb ein "Gerechtigkeitswahlkampf" werden wird. Wer dabei als erster auf der Strecke bleiben wird? Die Gerechtigkeit.

Darunter  fallen dann Themen wie


  • Altersarmut, 
  • Leiharbeit, 
  • Zeitarbeit, 
  • Werkvertragsmissbrauch, 
  • Dumpinglöhne 


und der "flächendeckende gesetzliche Mindestlohn" den manch einer nun als "seine Erfindung" hinzustellen versucht während er ihn 2006 noch ablehnte. Und wieder andere scheuen ihn, den mittlerweile hoffähigen Mindestlohn, auch heute wie der Teufel das Weihwasser.

Spätestens seit die Schweizer nicht nur Hustenbonbons erfinden ist in Deutschland wohl vielen aufgestoßen dass etwas mit dem Versprechen des "Wohlstands für alle" gründlich schief läuft. Nur so kann man es sich erklären dass mittlerweile auch die etablierten Parteien sich als Begrenzer der Managergehälter begreifen. Und es formiert sich nicht zur Freude aller, wie erwähnt, eine immer größer werdende Anhängerschaft für den Mindestlohn in der Bevölkerung. Schön, denken sich da einige Wahlbewerber. Dann machen wir das eben auch. Na ja, nicht ganz. Wir nennen das Ganze Lohnuntergrenze in der Hoffnung dass niemand den Etikettenschwindel bemerkt.

Die Lohnuntergrenze ist eine Mogelpackung und keinesfalls ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohns. Im Gegensatz zum Mindestlohn soll eben KEINE flächendeckende Mindestbezahlung angestrebt werden. Vielmehr soll eine in Regionen aufgesplitterte untere Begrenzung des Lohns unterteilt nach Branchen eingeführt werden. Die ermöglicht es dann in einer Branche die gleiche Arbeit in den verschiedenen Regionen Deutschlands unterschiedlich bezahlen zu können. Eine Friseuse in Mecklenburg-Vorpommern könnte dann, wie bereits auch schon jetzt, erheblich weniger verdienen als ihre Kollegin in München zum Beispiel. Begründet wird das mit den unterschiedlichen Lebenshaltungskosten und Betriebserlösen in den verschiedenen Regionen sowie der Tarifautonomie der Tarifpartner in die man nicht eingreifen dürfe.

Nun mag es zwar richtig sein dass man in München oder Frankfurt/Main andere Lebenshaltungskosten hat als in Wismar, und auch ein Friseurbetrieb wird dort i.d.R. niedrigere Umsätze haben. Aber eine Mindeststundenbezahlung von 8,50 € führt auch in Wismar oder Leipzig nicht dazu dass die so Entlohnte in "spätrömischer Dekadenz" lebt. Ein Mindestlohn der für alle gilt und der von keiner Branche nach unten durchbrochen werden kann ist ein Gebot der Stunde. Auch mit der derzeit angepeilten Lösung von 8,50 € kann man keine Reichtümer anhäufen. Und ob die dabei gezahlten Sozialabgaben dereinst geeignet sind Altersarmut zu vermeiden ist mehr als fraglich.

Was kümmert uns das als Mitglieder der Piratenpartei? Gehört es zu unseren "Kernthemen"? Vielleicht. Das bedingungslose Grundeinkommen wird man wohl schon zum Fundus der Kernthemen der Piratenpartei zählen können. Und viele von uns sind tagtäglich als "One-Man-Show" der Selbstständigen unterwegs und dabei werden auch nicht immer Reichtümer angehäuft. Zeit also dass sich wenigstens einige Piraten in Leipzig mit diesen Themen zu befassen.

Ich bin mir sicher, im Wahlkampf auf der Strasse werden wir bis zum September danach gefragt werden.

Dienstag, 12. Februar 2013

Ja geht's noch?


Ich bin Pirat ... aus Überzeugung. Ich bin allein ... noch. Ich schaue mir unsere Partei an ... und ... mich gruselt einerseits, und ich bin wütend ... andererseits. Und doch mache ich weiter, jetzt, ja gerade eben jetzt.

Ich bin angetreten nach Jahren politischer Abstinenz um gemeinsam mit anderen etwas zu verändern. Und jetzt? Sehe ich immer noch das selbstgefällige Bauchnabelbeschauen die manche in der Partei durchzuziehen wohl wild entschlossen sind. Und ich stelle mir die Frage ob das die Veränderung voranbringt. Und ich komme zum Schluss, dass das wohl eher nicht der Fall ist.

Ich bin ein Freund offener Diskussionen und will keinesfalls Konflikte unter den Teppich kehren. Wenn es etwas zu diskutieren gibt, dann bitte, aber öffentlich und ... sachlich. Und was finde ich? Twitter-Schlachten und kurze Hinweise. Und wißt Ihr was?

Das geht mir im Moment irgendwo ganz gewaltig vorbei. Auf dem BPT in Bochum haben WIR - ja wir - beschlossen den nächsten BPT als Programmparteitag durchzuziehen. Und nun? Fragen wir uns ob zwei Tage, oder vielleicht mal drei Tage, Programm und / oder Neuwahl des BuVo.

Und ich frage zurück "Ja geht's noch?"

Wozu haben wir einen BPT wenn wir hinterher LimeSurvey Umfragen starten ob es nicht doch alles ganz anders werden kann? Noch haben wir die SMV im Netz nicht und ob sie jeh kommt ist auch noch nicht abgemacht. Der Drops kann noch lange gelutscht werden und ... die Zeit läuft uns weg. Freuen kann das wohl eher nur die "Verfechter reiner Lehren" oder die Mitglieder mit der Inquisitionslizenz. Leute die etwas ändern wollen, die wollen, dass Ende September 2013 nicht mehr Frau Merkel grinsend den Wählerinnen und Wählern dankt um ihnen im gleichen Atemzug zu erklären was sie doch für Deppen sein, Leute die ernstzunehmende Alternativen in den Bundestag bringen wollen. Solche Leute haben keine Zeit für das Spiel "Wir-machen-heute-dies-morgen-das-und-für-übermorgen-fällt-uns-noch-was-ein".

Lieber BuVo, ja, Ihr seid gemeint. Ihr habt Konflikte innerhalb Eurer Reihen? Nicht sehr schön, aber ok, soll's geben. Und nun meine Bitte:

Reißt Euch gefälligst zusammen und besinnt Euch auf Eure Arbeit. Dafür seid Ihr gewählt und dafür hat man Euch alle mit einem Vertrauensvorschuss bedacht. Und nun erweist Euch dieses Vertrauens als würdig.

Ich will KEINEN BPT verschwenden mit Neuwahlen!!! Ich möchte nicht das "mit den Fähnchen" machen sondern das "mit den Inhalten". Ok, wir werden nicht den nächsten Bundeskanzler stellen, wir werden noch nicht einmal einen Minister stellen... und ehrlich gesagt "das ist gut so".

Aber wir haben die Chance Leute zu motivieren zur Wahl zu gehen und zu zeigen dass es Wähler gibt die die Vorratsdatenspeicherung nicht widerstandslos hinnehmen werden, Wähler die die neue Video-Überwachung als Arbeitnehmer nicht hinnehmen wollen, Leute die ... ach Ihr kennt die Argumente besser als ich. Laßt uns gemeinsam in diese Richtung gehen und unsere Zeit nicht weiter verschwenden. Und wer meint "Neue BuVos" seien die Lösung, die glauben wohl auch dass man in der FDP nur Rösler in die Pilze schicken muss um aus dem Haufen eine ehrenwerte Bürgerrechtspartei zu machen. Die glauben auch an Osterhasen und Weihnachtsmänner.

Alle anderen bitte ich den "Ar... hochzubekommen" und nicht zu schweigen.

Zu Recht hat sich mancher enttäuscht von uns abgewandt. Zu Recht haben WIR - ja wir alle - eine Klatsche in Niedersachsen kassiert. Zu Recht werden wir auch eine im September 2013 bekommen wenn, ja wenn wir uns nicht bald alle mal gehörig zusammenreissen und "mal das mit den Inhalten machen".

Irgendjemand hat mich mal den "bösen alten Mann" genannt. Sei's drum. Dann bin ich das eben. Aber einem weiteren "Getrennt marschieren, vereint eins vor die Fresse bekommen" will ich eben nicht länger stumm zusehen.

In diesem Sinne

Der Worte sind genug gewechselt, lasst uns Taten sehen.

Freitag, 8. Februar 2013

Hohe Wellen helfen ... beim Absaufen

Die Wellen schlagen hoch. Nach dem Strategiecamp zur Bundestagswahl in Leipzig spätestens hätte ich erwartet dass wir "jetz mal das mit den Inhalten" machen. Und? ... Falsch. Immer noch scheint manchen die "Selbstverstümmelung" wesentlicher als die inhaltlich politische Arbeit. Der Kampf um die "einzig wahre und reine Lehre" geht weiter, zur "Freude der Journaille" und der politischen Gegner. Herzlichen Glückwunsch.

Dass es auch anders gehen kann hat erfreulicherweise der gestrige Abend bewiesen. Zum Arbeitstreffen waren zwar nicht allzu viele gekommen - schade - aber wir haben es mal "mit den Inhalten" probiert. Mit Erfolg. Hoffentlich bleibt es so. Viel wird vom neuen Vorstand abhängen. Daher bin ich gespannt auf den ausserordentlich

Kreisparteitag mit der Wahl eines neuen Kreisvorstandes, morgen, Samstag, 09.02.2013, ab 09:30 in der Villa, Lessingstr. 7.

Ich habe keinen Bock mehr auf die Ponader- oder Lauer-Fraktionen und ihre "Ich bin der einzig wahre Pirat. Vielleicht liebe "Lordsiegelbewahrer" lest Ihr mal das hier (falls Ihr nicht gerade per Twitter pp. übereinander herfallen müßt). Denn das hier sagt alles besser als ich es sagen könnte (hört mal auf den Refrain).

Zuviel haben wir noch zutun bis zur Bundestagswahl. Ich könnte noch mehr schreiben, aber das hat glücklicherweise schon jemand anders gemacht. Und da ich kein Freund von "Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem" bin, verlinke ich die Aussagen mal. Meine Meinung zum Sandkastenspiel.

Schönes Wochenende zusammen.

Der "alte böse Mann" der jetzt das mit den Inhalten machen möchte, am 23. Februar 2013 zum #idp13 z.B.